Der Papierkorb und die Recovered Files

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Pahe

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1  Do Nov 03, 2005 3:34
Was hat es damit auf sich?

Vielleicht kann ich etwas zur Aufklärung beitragen:

Diese Recovered Files werden für die Wiederherstellung nach Programmabsturz angelegt. So gesehen ist der Papierkorb genau der richtige Platz, denn die Dateien werden bei erneutem Programmstart nach Absturz verwendet und sind dann überflüssig.
Erfolgt kein Absturz und wird das Programm normal verlassen sind sie ab diesem Zeitpunkt auch überflüssig.
Einige Programme übergeben auch die temporären Dateien zum Zeitpunkt der Programmbeendigung dem System das diese dann in dem Ordner "Recovered Files" schiebt. Bei Klartextdateien oder Dateien mit Formaten, die auch mit anderen Programmen verarbeitet werden können, ein echter Gewinn.
Nun mag man fragen, warum gerade im Papierkorb?
Das ist ein zentraler Platz, der im Benutzereinfluß steht. Wenn jedes Programm solche Dateien irgendwo ablegt, dann würden die sich über alle möglichen Verzeichnisse ansammeln und der Benutzer wüßte nicht, was nicht mehr benötigt wird und was wichtig ist. Das ist zwar auch beim Papierkorb so aber eben zentral und der Benutzer löscht den Papierkorb doch öfter. Damit ist das Problem erledigt und die Programme brauchen keinen aufwendigen Verwaltungsteil dafür, der eine Löschung durchführt, die zu früh durchgeführt keine Sicherheit bringt und zu spät vorgesehen im Falle eines Absturzes eine Karteileiche hinterläßt.
Bei Apple hat man sich gedacht - was macht ein Benutzer, dem das Programm abgestürzt ist? - Er startet es ehestmöglich neu und die Dateien werden wiederhergestellt.

Vielleicht sollte es einen deutlichen Hinweis auf diese Verfahrensweise geben, schon dafür, dass im Falle eines Absturzes nach Möglichkeit ein Neustart des Programmes durchgeführt wird, bevor der Papierkorb gelöscht wird. -Dieser wird hiermit gegeben.

Seht mal z.B. bei Office in die Einstellungen unter Speichern. Dort gibt es den Punkt zur Speicherung für die Wiederherstellung. Den kann man auch ausschalten und die Dateien werden nicht angelegt. Dann aber ist man selbst für die Zwischenspeicherung verantwortlich und es kann nur bis zu diesem Zeitpunkt wiederhergestellt werden, was natürlich auch nicht ideal ist.

Die Methode ist ökonomisch und statistisch in hohem Maße erfolgreich weil die Gewohnheit des sofortigen/baldigen Neustarts bei den Benutzern auch in hohem Maße gegeben ist.
Ökonomisch deshalb, weil die Anwendungsprogramme für die sichere Verwaltung eine ganze Menge Code sparen und die Sicherheit durch den Benutzer noch erhöht werden kann, indem er die Dateien retten kann, wenn der Neustart erst viel viel später durchgeführt werden aber der Papierkorb zwischen zeitlich geleert werden soll.
Die Dateien sind für eine Rettung klar erkennbar.
Die Sicherheit trotz umfänglicher Verwaltungsteile in den Programmen ginge aber verloren, falls diese verstreut sind und der Benutzer nur den Ordner umbenennt dann sind es definitiv Dateileichen und Datenverlust. Wenn er die Dateien wegen der nicht erkennbaren Zuordnung löscht und ein Programmneustart ist bis dahin nicht erfolgt, ist die Sicherheit auch dahin.
Die Dateien als unsichtbare Dateien ablegen, würde versteckte Dateileichen verursachen und irgendwann noch mehr Verwirrung stiften weil es erst am Speicherverbrauch zu erkennen wäre.

Der Papierkorb ist m.E. dafür von allen denkbaren Plätzen noch der beste.

Programme, die diese "Recovered Files - Methode" mit dem Papierkorb nutzen:

• Apple Mail (gelöschte Dateien die nicht Spam sind)
• iCalamus (fehlerhafte Dateien für die Fehlersuche durch Entwickler)
• Word (Datei nach Absturz - für die Wiederherstellung)#
und andere.
Zuletzt geändert von Pahe am Sa Dez 01, 2007 2:56, insgesamt 4-mal geändert.
Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.«
Ödön von Horváth (1901 − 1938)

Pahe

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  • Wohnort: Zminga
2  Sa Dez 01, 2007 2:57
Ich hol das mal wieder hoch, weil diese Frage wieder häufiger kommt.

Aktualisiert!
Ich bin eigentlich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.«
Ödön von Horváth (1901 − 1938)

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