UHD Glotze für die Bildebarbeitung kalibrieren (?)

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tompisa

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1  Mo Okt 30, 2017 23:30
Ich möchte einen 58 Zöller von Panasonic (TX-58DXW904) für die Bildebearbeitung nutzen. Der unterstützt alle möglichen Feineinstellungen , Gamma Abgleich, Rec 709 / 2020, EBU, SMPTE-C , hat x Zertifzierungen usw usf. Ich kann nicht so richtig glauben, dass aktuelle hochwertige LCD/OLED Panels, die THX zertifiziert sind, um Hollywod Farben normiert wie korrekt wiederzugeben nicht zur Bildbearbeitung taugen sollen.

Die 27 oder max 30 Zöller von NEC oder Eizo sind mir zu klein, daher komme ich überhaupt auf die Idee. Ich nutze z.B. jetzt -probehalber- einen anderen (50Zoll) UHD TV von Pana über eine GeForce 980 mit einem Win/ System. Das passt alles richtig gut, weil die Glotze eine 4 K direct native Mode hat, der mir ein absolut stabiles Bild liefert. Auch Fotos sehen korrekt aus.

Gibt es hier jemanden , der ähnliches ausprobiert hat ? Ich würde mich gerne austauschen.

Macci

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  • Wohnort: Leibzsch
2  Mo Okt 30, 2017 23:44
Vergiss es. HDR usw. haben mit korrekter Farbwiedergabe nichts zu tun. Sie sind nur zurechtgebogene Gammakurven. Ich hab zwar noch nie einen TV kalibriert, aber diese Displays sind definitiv nur für sRGB geeignet, also das, was jeder bessere Büromonitor auch schafft. Es hat nach wie vor gute Gründe, warum Grafikmonitore u.U. das Zehnfache "normaler" Monitore kosten.

Wenn du ohnehin in sRGB arbeitest und keine Daten an professiionelle Druckdienstleister abgeben musst, ist die Kalibrierung/Profilierung allerdings nebensächlich ;)

Was ich mich allerdings frage: was bringen 50" Größe bei Bildbearbeitung? Wenn du direkt davor sitzt (wie bei Monitoren üblich), hast du ein Blickfeld, das dich ständig zwingt, den Kopf zu drehen und durch den unterschiedlichen Blickwinkel können sich auch Farb- und Helligkeitsverschiebungen ergeben. Wenn du drei Meter entfernt sitzt, solltest du über einen eigenen Computerarbeitsplatz nachdenken :D

MACaerer

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  • Wohnort: 85617 Assling
3  Di Okt 31, 2017 7:50
Unabhängig davon wie sinnvoll das ist, gehen würde das schon. Kalibriert wird nämlich nicht der Monitor, das wäre auch nur bei einem hardware-mäßig kalibrierbaren Proof-Monitor möglich, sondern die Grafikkarte des Rechners. Und der ist es eigentlich weitestgehend egal welches Display dran hängt. Am ehesten geht das mit einem Kalibrierer wie dem Datacolor Spyder. Aber der kostet halt auch einen dreistelligen Betrag.

MACaerer

spock

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  • Wohnort: im tiefsten Taunus
4  Di Okt 31, 2017 9:27
Das ist der Punkt - mit einem geeigneten Messgerät (z.B. Datacolor Spyder5EXPRESS - ca. 100,- Euro) und geeigneter Software ist Kalibrierung möglich ;

eine Kalibrierung mittels "Augenmaß" und Apples Monitorkalibrierung bringt bestenfalls Näherungswerte und ist zu subjektiv....
Himmelherrgottsakramentkruzifixhallelujamileckstamarschscheissgelumpfareckst........

Macci

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  • Wohnort: Leibzsch
5  Di Okt 31, 2017 10:28
Kalibrierung erweitert aber nicht den Farbraum des Monitors. Genau genommen sprecht ihr von Profilierung. Nach eurer Theorie könnte dann ein Hundert-Euro-Display AdobeRGB darstellen, wenn man ihn nur ausmisst. Kann es nicht.

tompisa

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  • Wohnort: München
6  Di Okt 31, 2017 13:00
Interessante Punkte, vielen Dank !

Warum ich so einen großen Monitor nutze hat auch damit zu tun, dass ich viele Filme editiere und auch Audio Arbeiten mit den DAWs wie Cubase, Pro Tools und Studio One durchführe. Hier ist so ein großer Screen sehr vorteilhaft, weil ich die vielen Plugins gleichzeitig anzeigen/ auf dem Bildschirm verteilen kann.
Daher kommt auch meine Frage, ob es grundsätzlich möglich ist, Top Ergebnisse zu erzielen, ohne mit einem Proof-Monitor zu arbeiten, wenn man hpts sRGB und nur hin und wieder bis A2 (professionell) printen möchte.

Ich teste aktuell Capture One (wegen der blöden Adobe LR Cloud-Entscheidung) und ich finde es auf dem 50 er 4K Screen bei 1 m Abstand großartig . Schriften sind super scharf, klar und die Bilder sehen m.E. so aus wie sie sollen. Ich experimentier mal weiter , und besorg mir n gutes Kalibrierungswerkzeug. Dadurch , dass alles Bildsignale von der Grafikkarte nativ an das Panel durchgereicht werden können , und ich die gesamte Farbgebung , Schärfe, gamma, Farbräume , RGB Justagen etc pp. am PC. eingestellt werden können , bin ich optimistisch, dass ich am Ende das drucken kann, was ich auf dem Bildschirm sehe. Ich denke auch nicht, dass das reicht, hier im Sinne "Proof" einer Druckerei einen Auftrag zu erteilen, aber für sehr hochwertige Inhouse Prints m.E. schon. Das gute an den neuen Panasonic Kisten ist , dass man alle "aufhübschenden" oder "super fancy" Parameter ausschalten kann, so dass am Ende das LCD/ LED Panel quasi im Rohzustand für die Grafikkarte zur Verfügung steht.

polysom

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  • Wohnort: Dresden
7  Di Okt 31, 2017 18:19
tompisa hat geschrieben:ass ich am Ende das drucken kann, was ich auf dem Bildschirm sehe.

Also das wird leider nie wirklich so klappen. Der Monitor stellt die Farben in RGB dar, der Drucker in CMYK. Das lässt sich nie 100% genau umrechnen, nur annähern.
Bild
Solange Kakaobohnen an Bäumen wachsen, ist Schokolade für mich Obst.
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8  Di Okt 31, 2017 18:59
Hm. Mir persönlich rollen sich grade die Fußnägel hoch.
Ein Bild wird ja nicht besser, nur weil der Darstellungsfläche größer ist. Die Anzahl der Pixeldichte jedes Fernsehers sind doch begrenzt. Was nutzt also ein 60 Zoll Fernseher, wenn die Grafikkarte trotzdem nur eine Auflösung von 1080p (als Beispiel) hinbekommt.

Für Bildbearbeitung kann auch ein 13 Zoll Bildschirm schon super sein. Insofern man weiß wo man hinwill, was man da tut und was einem das Histogramm grade sagt. Was ich hier jedoch eher rauslese, ist eine Mehrfachverfremdung der Farb-, bzw. Kontrastwerte. Um dann irgendwann einen Ausdruck hinzubekommen, der Ansatzweise aussieht, wie auf dem Fernseher. Wenn das als Ziel reicht, ist es okay.

Ansonsten wäre ein hardwarekalibrierter Monitor und Drucker das Mindestmittel der Wahl. Und wenn es um einen wirklich farbechten Workflow geht, würde noch etliches mehr dazugehören (vom Einmessen des Lichtes, der Kamera bis zum Farbprofil/proof bis hin zum Print).

Mein Mitbewohner hat auch einen Fernseher als Monitor. Weil es für ihn halt praktischer ist (er guckt meist Serien/Filme oder zockt). Ab und zu schaue ich mir da gerne auch mal meine S/W Bilder darauf an. In der Größe sehen die fertigen Bilder schon irgendwie Eindrucksvoll aus. Aber Bildbearbeitung mit der Kiste käme mir im Leben nicht in den Sinn.

armin

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  • Wohnort: Berlin
9  Di Okt 31, 2017 19:03
Also für Audio machen das sehr viele Leute. Ist billiger. Sonst gibt es keinen Grund dafür. Man kann aber mit den schlechtesten Möhren gute Ergebnisse erzielen, wenn man sie denn kennt. Viele meiner Kunden arbeiten noch mit den alten Cinema-Displays von Apple.
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass ein bereits stattgefunden habender Neustart die Voraussetzung dafür sein sollte, einen Thread im Hard- oder Software-Brett zu eröffnen.

tompisa

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  • Wohnort: München
10  Di Okt 31, 2017 19:19
@ Majka. Bitte die Fussnägel wieder einrollen. Das wird sonst extrem unappetitlich. Die Grafikkarten heutzutage , zumindest die, die ich nutze haben locker 4 K + drauf und 5 outputs- kann man für das Geld auch verlangen.
Ich habe auch mitnichten behauptet, dass das Bild besser wird/. wie kommst Du denn darauf und viielleichthilft es, etwas konzentrierter zu lesen ?

Ich habe aber das leichte Gefühl, dass viele Leute hier die neuen Gerät nicht kennen und auch nicht die Optionen, die diese ermöglichen in Verbindung mit einer sehr guten Grafikkarten. Es sind auch keine 500 oder 1500 Euro Geräte , aber gut- lassen wir das.

Vielen Dank für die vielen Hinweise und Tips. Und wenn es nicht klappt, muss ich mir halt einen m.E. sehr günstigen 27 Eizo mit eingebauter HW Kalibrierung kaufen, so what :D

macfux

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  • Wohnort: Ostfildern
11  Di Okt 31, 2017 19:58
Ich hab sicher schon mal erwähnt, dass der Spyder ein Schätzeisen ist und allerhöchstens für hobbymässige Bildbearbeitung taugt.
Ich will nicht gleich die Profikeule schwingen, aber wer das, was er auf Monitor sieht, genau so gedruckt haben möchte braucht eine Referenz an der er seinen Workflow ausrichten kann.
In denn allermeisten Fällen ist das der Monitor auf dem die Bilder betrachtet/beabeitet werden.
Daher sollte der Monitor einen möglichst großen Farbraum, eine möglichst homogene Darstellung, weiche Farbverläufe und einen (Achtung, das ist das wichtigste) möglichst unbunten Grauverlauf haben.
Und hier liegt der Hase im Pfeffer:
Die Monitore die wirklich können sind ganz sicher keine Fernseher :D
Schlimmste Schwäbische Drohung:
Du kriagsch koi Extra-Soß!

tompisa

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  • Wohnort: München
12  Mi Nov 01, 2017 20:11
Ja, ja, stimmt alles ..hatte nur so ne Idee . Sehe aber anhand der Ergebnisse ..würg , da passt wirklich nichts. Reality bites.

Hab mir also den Eizo CG277 bestellt.

Danke übrigens für das immens höfliche Bashing meiner Idee (mit Ausnahme dieses "Fußnägelhochrollens", das hat mir echt den Tag verdorben, allein die Vorstellung)

Macci

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  • Wohnort: Leibzsch
13  Mi Nov 01, 2017 20:15
Gute Wahl :D
14  Mi Nov 01, 2017 20:17
tompisa hat geschrieben:(mit Ausnahme dieses "Fußnägelhochrollens", das hat mir echt den Tag verdorben, allein die Vorstellung)

Nun sei mal keine Pussy :D Das sich Fußnägel hochklappen oder rollen ist ja lediglich eine uralte Redewendung.

armin

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  • Wohnort: Berlin
15  Mi Nov 01, 2017 22:11
tompisa hat geschrieben:
Hab mir also den Eizo CG277 bestellt.




:shock: :shock: :shock:

Damit hätte ich nach diesem Thread ja nun wirklich nicht gerechnet. Richtige Wahl, Glückwunsch!
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass ein bereits stattgefunden habender Neustart die Voraussetzung dafür sein sollte, einen Thread im Hard- oder Software-Brett zu eröffnen.

macfux

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  • Wohnort: Ostfildern
16  Do Nov 02, 2017 5:46
Von 0 auf 1000 in 15 Postings.
Schlimmste Schwäbische Drohung:
Du kriagsch koi Extra-Soß!

tompisa

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  • Wohnort: München
17  Fr Nov 03, 2017 22:37
jetzt ist die Kiste da und ich hab das Gefühl vor einem Fernseher aus dem Jahre 1998 zu sitzen, Du meine Güte, furchtbar hässlich und meine Hausdame droht mir, dass wenn nicht endlich bessere Prints kommen, das Teil wieder weg muss :frown:

Kann mir noch jemand kurz sagen, ob die Farmraumbegrenzung an oder ausgeschaltet werden sollte ? das wäre nett. Bei 99 % RGB Abdeckung würde ich es einschalten, korrekt ? ..Danke

Macci

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  • Wohnort: Leibzsch
18  Fr Nov 03, 2017 22:53
Warum willst du denn den Farbrakm beschränken? Du musst das Ding und deinen Drucker jeweils kalibrieren/profilieren. Wenn allerdings das äußere Erscheinungsbild wichtiger ist, solltest du deinen Workflow einfach auf sRGB beschränken, da gibts dann auch Bildschirme, die nach 2017 aussehen. Wie auch immer das aussehen mag :D

tompisa

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  • Wohnort: München
19  Fr Nov 03, 2017 23:14
na ich dachte, ich müsste den beschränken- Kalibrierung hin der her. Danke, habs ausgeschaltet. Obgleich ich "einigermaßen" (ca. 35 %iges Halbwissen) bewandert bin hinsichtlich eines halwegs vernünftigen Workflows vom RAW zum Druck und bisher auch kein Problem hatte mit Kalibrierung und vernünftigen Prints, bin ich halt nicht wirklich tief drin, was die EIzo Einstellungen am Gerät betreffen. Und ich habe bei Eizo gelesen habe, dass die Nichtbeschränkung Farben mit Vorrang auf Farbabstufung und nicht auf Farbgenauigkeit arbeitet , dachte ich , na das ist nicht gut :D Gut , dass Du das korrigierst ..

Macci

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  • Wohnort: Leibzsch
20  Fr Nov 03, 2017 23:20
Wenn die das so schreiben. :roll:
Mangels aktuellem Eizo (hier stehen NEC), kann das natürlich auch eine wenig präzise Formulierung sein.

tompisa

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  • Wohnort: München
21  Fr Nov 03, 2017 23:26
jo genau, vielleicht nicht so richtig gut übersetzt, hat mich halt etwas verunsichert. Meine Augen wollen übrigens keinen Unterschied (in C1) sehen, ob nun an oder aus

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